Schmerzensgeld bald auch für deutsche Angehörige?

Schmerzensgeld Angehörige Entschädigungszahlungen an Hinterbliebene

Auch wenn die Lufthansa laut dpa-Meldungen vom 14.04.2015 mit Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen begonnen hat, kann es bis zu vollumfänglichen Schadensersatzzahlungen für die Opferfamilien noch ein längerer Weg werden, von einem Schmerzensgeld für die Angehörigen mal ganz abgesehen.

Schmerzensgeld für Angehörige – leider immer noch eine Frage Staatsangehörigkeit!

Es ist aus unserer Sicht eher unwahrscheinlich, dass sich der Gesetzgeber zu einem Schnellschuss bezüglich einer Schmerzensgeld-Regelung für Angehörige hinreißen lässt, auch wenn es für die Betroffenen des Flugzeugabsturzes ein Segen wäre. Es ist zu vermuten, dass die lautstarken wie medienwirksamen Forderungen der Politiker vor allem Alarmglocken der Lobbyisten aus der Versicherungswirtschaft schrillen lassen, denn auf Schmerzensgeldzahlungen nach amerikanischem Vorbild dürften die wenigsten Budgetplanungen der Versicherer ausgerichtet sein.

Eklatante Diskrepanz bei Schmerzensgeldzahlungen an Angehörige

Während also die Hinterbliebenen der drei amerikanischen Opfer an Bord des Germanwings-Fluges #4U9525 mit durchschnittlich 4,5 Mio US Dollar an Entschädigungszahlungen rechnen könnten, stünden deutschen Angehörigen in etwa 1,3 Mio US Dollar zu. Zu diesen Werten kommt die Londoner Kanzlei Stewarts Law LLP.

Warum fallen die Entschädigungszahlungen für Deutsche so gering aus?

Dass die Entschädigungszahlungen für Angehörige mit deutschem Pass und Wohnsitz so niedrig ausfallen, liegt unter anderem daran, dass in Deutschland Angehörigen kein Schmerzensgeld gezahlt wird. Nur für den Fall, dass sie nachweisen können, durch den Verlust des Familienmitgliedes einen unmittelbaren, medizinisch nachweisbaren Schaden erlitten zu haben, soll ausnahmsweise Schmerzensgeld in Betracht kommen. Besonders groß sind die Diskrepanzen der Entschädigungszahlungen im Ländervergleich bei Verlust eines Kindes. Hier sind in den USA in der Vergangenheit Entschädigungszahlungen von bis zu 2 Mio US Dollar geleistet worden, wohingegen in Deutschland die vor Gericht erstrittene Zahlungen bei allenfalls 30.000 EUR liegen.

Insofern sind die Forderungen nach einem Schmerzensgeldanspruch auch für deutsche Angehörige sicherlich berechtigt. Schließlich leben wir in einer globalisierten Welt und die Versicherer sind international operierende Konzerne.

Schmerzensgeld für Angehörige – nun ist der Gesetzgeber gefragt

Doch es bleibt abzuwarten, inwiefern sich der Gesetzgeber von diesen Forderungen beeindrucken lässt. Dies gilt unabhängig davon, dass bereits 2013 im Koalitionsvertrag zwischen den Regierungsparteien Entsprechendes vereinbart wurde.

Und selbst, wenn der aus unserer Sicht eher unwahrscheinliche Fall eintreten sollte und die Hinterbliebenen aus dem Germanwings-Flugzeugunglück Schmerzensgeld erhalten können, wären im Vorfeld zunächst noch andere Fragen zu klären:

  1. Höhe der Entschädigungsansprüche

Gerade hier ist es leider an der Tagesordnung, dass sich die Geschädigten in Unkenntnis ihrer vollumfänglichen Ansprüche zu früh mit zu geringen Zahlungen abspeisen lassen (s. Artikel „Schadensersatz für Hinterbliebene des Flugzeugabsturzes„)

  1. Die Schuldfrage

Es ist im vorliegenden Fall zwar davon auszugehen, dass der Fluggesellschaft eine Teilschuld an dem Flugzeugunglück angelastet wird. Jedoch wird erst das konkret zu ermittelnde Ausmaß dieser Teilschuld über den Umfang der Zahlungen für Schadensersatz entscheiden.

Sollten auch Sie als Hinterbliebener über Ihnen möglicherweise zustehende Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeldansprüche nicht vollständig im Klaren sein, wenden Sie sich gern an uns..

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