Rechtsanwalt Geburtsschadensrecht

Geburtsschäden - Schmerzensgeld

für geistige und körperliche Schäden nach der Geburt

Ein medizinischer Fehler bei der Geburt, beispielsweise durch mangelhafte Organisation, falsche Behandlung oder durch eine unvollständige Aufklärung der Gebärenden kann aus dem an sich freudigen Ereignis schnell einen schweren Schicksalsschlag für Eltern und Kind machen. Die materiellen, gesundheitlichen und seelischen Folgeschäden sind enorm. Die lebenslang andauernden Gesundheitsbeeinträchtigungen können sich erheblich auf die weitere Entwicklung des Kindes und damit auf die Lebensrealität der gesamten Familie auswirken. Die betroffenen Kinder und deren Eltern haben umfangreiche Schadensersatzansprüche. Das Leid und die Schlechterstellung des Kindes und die finanziellen Mehrkosten zulasten der Eltern sind zu entschädigen.

Wer sich jedoch ohne einen Spezialisten für Arzthaftungsrecht, also einen Fachanwalt für Medizinrecht auf Regulierungsgespräche und Verhandlungen mit der Schädigerseite einlässt, riskiert erhebliche Verluste. Angemessene Zahlungen bei Geburtsschäden bieten die  Haftpflichtversicherungen der Mediziner so gut wie nie an. Dafür sind die Schadenssummen einfach zu hoch. Man läuft Gefahr, hier billig und „unter Preis“ abgefunden zu werden.

Bei den bekanntermaßen hohen Schmerzensgeldern und wegen der umfangreichen materiellen Schadensersatzsummen bei Geburtsschäden raten wir Betroffenen dringend, sich nur mit Schützenhilfe durch einen erfahrenen Spezialisten im Geburtsschadensrecht auf Gespräche mit Ärzten oder deren Haftpflichtversicherungen einzulassen.

David gegen Goliath bei Schmerzensgeldforderungen aufgrund eines Geburtsschadens

Oftmals sind nicht nur ein oder mehrere Ärzte eines Krankenhauses, sondern auch eine Hebamme oder gar ein Geburtshaus bei einem Geburtsschaden involviert und werden durch die Haftpflichtversicherungen und deren Rechtsanwälte aus dem Wind genommen.

Wegen dieser Übermacht stehen die kleinen Patienten und deren Eltern ohne kompetenten anwaltlichen Beistand schnell auf verlorenem Posten.

Almuth Arendt-Boellert, Fachanwältin für Medizinrecht

Die häufigsten Fehler bei der Geburtshilfe

geburtsschäden durch ärztefehlerDie folgenschwersten Geburtsschäden sind Hirnschädigungen. Hierbei kam es während oder kurz nach der Geburt zur Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff (hypoxischer Hirnschaden).

Folgende Fallgruppen sind häufig Ausgangspunkt eines regulierungsfähigen Geburtsschadens:

  • falsch gewählter Zeitpunkt der Geburtseinleitung (Not-Kaiserschnitt wird nicht oder zu spät eingeleitet oder eine Frühgeburt nicht verhindert);
  • verzögerte Verlegung in eine spezialisierte Perinatalklinik (wie nach vorzeitigem Blasensprung, Amnion-Infektion);
  • regelwidrige Lage des Kindes (die Entscheidung zum Kaiserschnitt wird fehlerhaft getroffen);
  • nicht erkanntes Übergewicht oder Übergröße des Kindes (große Kinder neigen zur „Unterzuckerung“ während der Geburt);
  • Nichtreaktion auf Schwangerschaftsrisiken (Alkoholabhängigkeit, Drogenmissbrauch, Mehrlingsschwangerschaften, Krankheiten der Mutter wie Herz-/Kreislauf, Infektionen, Diabetes, Wachstumsverzögerungen).

Mögliche Ergebnisse eines Rechtsstreits bei Geburtsschäden

Schmerzensgeld

In vielen Fällen ist das betroffene Kind sein Leben lang schwerstbehindert und ein Pflegefall. Schadensersatz kann naturgemäß nicht in einer Wiederherstellung des regulären Gesundheitszustandes bestehen, sondern nur durch einen finanziellen Ausgleich annähernd geleistet werden. Für den nicht in Geld ausgleichbaren „immateriellen Schaden“ haben die Gerichte auf Antrag ein Schmerzensgeld festzulegen.

Es existieren umfangreiche Fallsammlungen und Datenbanken, welche Anhaltspunkte für das Gericht bieten. Ein Hirnschaden mit lebenslang geistiger Schwerstbehinderung kann heute ein Schmerzensgeld von etwa 550.000,00 € als angemessen erscheinen lassen. Erlitt der Geschädigte schwerste Dauerschäden, welche die Lebensbeeinträchtigung immer wieder neu als schmerzhaft empfinden lassen, kann auch eine Schmerzensgeldrente zugesprochen werden. Im Fall schwerer Behinderungen sind monatliche Rentenzahlungen von bis zu 700,00 € zu fordern.

Ersatz aller geldwerten Aufwendungen

Alles, was schadensbedingt aufgewendet werden muss, kann berücksichtigt werden. Dazu zählt auch die für Pflege und Hauswirtschaft aufgewendete Arbeitszeit und die Kosten des Mehrbedarfs.

Feststellung der Schadensersatzpflicht für die Zukunft

Soweit für die Zukunft noch nicht feststeht, welche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich werden, stellen die Gerichte auf Antrag auch fest, dass jeder künftige materielle und immaterielle Schaden, soweit er nicht auf Sozialversicherungsträger übergegangen ist oder übergehen wird, zu ersetzen ist.

Schmerzensgeld bei Geburtsschaden - die Abfindung

Vorsicht vor "freiwilligen Einmalzahlungen":

Manchmal bieten die Haftpflichtversicherer hohe Einmalzahlungen als Abfindung an. Hier kann es um Zahlungen im sechsstelligen Bereich gehen. Die Vorteile einer Abfindungszahlung liegen vor allem auf Seiten der Haftpflichtversicherung: Sie ermöglicht dem Versicherer rechnerische Sicherheit, er spart die kostenintensive lebenslange Begleitung des Geschädigten unter Einsatz teuren Personals.

Auf Seiten des Geschädigten ist jedoch Vorsicht geboten: Ein Rechtsanwalt, der nicht regelmäßig Mandanten im Bereich des Geburtsschadensrechts bei Geburtsschäden betreut, kann leicht mit der richtigen Aufarbeitung überfordert sein, da das Gebiet der Geburtsschäden innerhalb des Medizinrechts aufgrund seines Umfangs eine Sonderstellung einnimmt.

Unsere Kanzlei mit ihren Fachanwälten für Medizinrecht ist seit Jahren regelmäßig mit der Betreuung von Behandlungsfehlern bei Geburten aus dem gesamten Bundesgebiet befasst. Wir verfügen für diese Fallbearbeitung eine überdurchschnittlich hohe Erfahrung.

Vertrauen Sie uns Ihren Fall an, wir helfen Ihnen gern. Die geschulten Mitarbeiterinnen in unserem modern arbeitenden Sekretariat vermitteln flexibel und vertrauensvoll kurzfristige Gesprächstermine und Erstkontakte. Für eine kompetente Rechtsberatung stehen Ihnen unsere erfahrenen Rechtsanwälte bzw. Fachanwälte für Medizinrecht zur Verfügung.

Wir beraten Sie gern persönlich!

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+49 30 33 77 373-10

Die Spezialisten im Geburtsschadensrecht

Joachim Laux

Partner

Almuth Arendt-Boellert

Partnerin

Urteil zur Arzthaftung bei Geburtsschaden wegen grober Organisationsfehler

Bei der Geburt erlitt das Neugeborene aufgrund von Organisationsfehlern eine schwere perinatale Asphyxie, die zu Bewegungsstörungen, Behinderungen in der Sprachentwicklung und zu Hüftgelenksfehlstellungen führte. Für diese Geburtsschäden stehen dem inzwischen zwölf Jahre alten Mädchen Schmerzensgeld und Schadensersatz zu, entschied im Jahr 2012  das OLG Zweibrücken.

Geburtsschäden durch Organisationsfehler

Das Kreiskrankenhaus war grundsätzlich nicht auf die Versorgung geburtshilflicher Notfälle eingestellt. Insbesondere gab es keinen dauerhaft anwesenden Bereitschafts-Anästhesienotdienst, im Notfall musste ein Anästhesist aus einem nahegelegenen Krankenhaus anfahren, was eine Zeitverzögerung von 20-40 Minuten bedeutete. Es gab auch keinen gynäkologischen ärztlichen Bereitschaftsdienst. Als Assistent bei Geburten, in denen eine Schnittentbindung notwendig war, wurde ein lokal niedergelassener Gynäkologe hinzu gerufen.

Jedenfalls in Bezug auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Anästhesie erkannte das OLG Zweibrücken einen schweren Organisationsfehler in der Krankenhausverwaltung, der zur Haftung des Krankenhauses führte.

Grund: Der Belegarzt entschied trotz Kenntnis dieser Situation, die werdende Mutter in dem Krankenhaus zu behandeln und wartete vor dem Kaiserschnitt auch noch ab, ob ein Anästhesist nicht zeitnah einträfe, obwohl ihm die lange Anfahrtszeit bekannt war.

Auch hierin erkannte das Gericht einen Behandlungsfehler, da die erhebliche Zeitverzögerung letztlich zur Sauerstoffunterversorgung des Kindes beim Geburtsvorgang führte. Nicht haften musste eine ebenfalls beklagte Hebamme, in deren Verhalten das Gericht jedoch keine Fehler erkennen konnte.

Behandlungsfehler bei Geburtsschäden - immer einen Fachanwalt einschalten

Das Urteil zeigt, wie gründlich und umfassend mögliche Behandlungsfehler bei Geburtsschäden zu prüfen sind. Betroffenen kann daher nur empfohlen werden, einen auf Arzthaftung spezialisierten Rechtsanwalt - besser sogar noch einen Fachanwalt für Medizinrecht - mit der Wahrnehmung ihrer Interessen zu betrauen. Wir helfen Ihnen gern weiter.