Die Berufsunfähigkeitsversicherung und ihre Tücken im Schadensfall

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Versicherung, von der fast jeder schon etwas gehört hat, von der viele jedoch nicht genau wissen, was sie bedeutet oder für wen sie besonders ratsam ist. Auch gibt es häufig Fälle rechtlicher Probleme mit der Versicherung. Worauf sollte schon vor Vertragsabschluss geachtet werden und wie begegnet man zahlungsunwilligen Versicherern? - Tipps vom Fachanwalt für Versicherungsrecht.

Bei Problemen mit der Berufsunfähigkeitsversicherung immer gleich zum Fachanwalt für Versicherungsrecht!

Als Fachleute im Personenversicherungsrecht sind uns die Problematiken bei verzögerter oder unsachgemäßer Leistungsprüfung und anderweitigen Verweigerungsstrategien der Versicherer hinlänglich bekannt.

Wir setzen Ihre Rechte durch. Wenden Sie sich daher stets an den spezialisierten Rechtsanwalt Ihres Vertrauens. Folgen Sie unter keinen Umständen der fragwürdigen Empfehlungspraxis vieler Rechtsschutzversicherer, die kostengünstige Partnerkanzleien ohne tatsächliche Spezialkenntnisse an die Versicherten vermitteln wollen.

Vertrauen Sie uns Ihren Fall an, wir helfen Ihnen gerne! Die geschulten Mitarbeiterinnen in unserem modern arbeitenden Sekretariat vermitteln flexibel und vertrauensvoll kurzfristige Gesprächstermine und Erstkontakte. Für eine kompetente Rechtsberatung stehen Ihnen unsere erfahrenen Rechtsanwälte und Fachanwälte zur Verfügung.

Unsere Leistungen für Mandanten:

  • Beratung bei Berufsunfähigkeit und Unterstützung bei der Antragsstellung auf Leistung
  • Durchsicht und Prüfung der Versicherungsunterlagen (insbesondere Schilderung der Antragsaufnahme und die gesamten, ausgefüllten Antragsunterlagen, soweit vorhandene, relevanten Arztberichte)
  • Recherche nach vergleichbaren Sachverhalten in Rechtsdatenbanken
  • Planung des besten strategischen Vorgehens
  • Einschätzung der Erfolgsaussichten
  • Gerichtliche und außergerichtliche Vertretung

Wir beraten Sie gern persönlich!

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Was ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung, häufig auch BU und BU-Versicherung genannt, ist eine private Zusatzversicherung. Rechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der BU-Versicherung fallen in das Versicherungsrecht.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll einspringen, wenn der Versicherte durch gesundheitliche Veränderungen - beispielsweise durch einen Unfall oder eine Krankheit - nicht mehr in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im Versicherungsfall soll der Betroffene von dem Versicherer einen finanziellen Ausgleich erhalten, der seinen Bedarf teilweise oder ganz abdeckt. Die Versicherung springt bereits ein, wenn der Betroffene mindestens zu 50 Prozent außerstande ist, in seinem zuletzt ausgeübten Beruf weiterzuarbeiten.

Kurz gesagt: Der Versicherte zahlt regelmäßig einen Beitrag an den Versicherer. Wird der Versicherte arbeitsunfähig, erhält er vom Versicherer bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit oder bis zum Eintritt ins Rentenalter eine BU-Rente.

Welche Berufsgruppen sollten unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Entscheidend ist das Berufsunfähigkeitsrisiko! Personen, die schwere körperliche Arbeit in ihrem Beruf leisten - vor allem Handwerker wie Gerüstbauer, Dachdecker, Bergleute usw. - sind besonders gefährdet, vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden zu müssen. Hier erreichen etwa 40 bis 50 Prozent der Berufseinsteiger nicht die reguläre Altersrente.

Auch Krankenschwestern haben mit knapp 38 Prozent ein hohes Berufsunfähigkeitsrisiko. Als insofern ungefährliche Berufsgruppen gelten Physiker, Ärzte, Maschinenbau- und Elektroingenieure, Chemiker, Rechtsanwälte und Notare sowie Tierärzte (unter 6 Prozent).

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt neben der Unfallversicherung zu den wichtigsten Invaliditätsversicherungen. - Almuth Arendt-Boellert, Fachanwältin für Versicherungsrecht

Prinzipiell kann jeder Erwerbstätige berufsunfähig werden - auch in einem körperlich weniger anspruchsvollen Beruf. Und selbst Hausfrauen verrichten eine Arbeit, die für sie und ihr gesellschaftliches Umfeld einen Mehrwert bringt und versichert werden kann.

Berufsgruppen mit hohem Berufsunfähigkeitsrisiko sollten möglichst früh und bei guter Gesundheit eine Police abschließen. Im Bedarfsfall kann eine BU-Versicherung jedoch jedem Versicherten finanzielle Ausfälle absichern.

Was ist beim Abschluss der BU-Versicherung zu beachten?

Für die Versicherungswirtschaft ist die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein lohnendes Geschäft. Versicherer, Versicherungsvermittler und “unabhängige” Berater, empfehlen diese beinahe jedem Verbraucher. Die Angst seitens der Verbraucher vor einer finanziellen Notlage, welche durch eine mögliche Berufsunfähigkeit droht, spielt der Versicherungswirtschaft dabei in die Hände. Undurchsichtige Verträge mit komplizierten Klauseln machen es für den Versicherungsnehmer aber schwer, die tatsächlichen Vertragsbedingungen zu entschlüsseln.

Häufig unterlaufen Versicherungsnehmern deshalb bereits bei der Antragsstellung Fehler, die sich besonders im eingetretenen Schadensfall als folgenschwer entpuppen. So ermöglichen beispielsweise fehlerhafte Gesundheitsangaben einem Versicherer noch bis zu zehn Jahre nach Abschluss den Rücktritt vom Vertrag. Schlimmstenfalls steht der Versicherte dann ohne BU-Rente und ohne Beitragsrückzahlung da.

Auch einzelne (Vor-)Erkrankungen können bereits durch sog. Ausschlussklauseln vom Versicherungsschutz ausgenommen werden, bei Berufswechsel oder nach Arbeitslosigkeit wird eine erneute Gesundheitsprüfung fällig und anschließend werden Beitragszuschläge für den Wiedereintritt in eine neue BU-Versicherung erhoben. Auch Verweisungsklauseln bzw. Alternativklauseln sind häufig Streitgegenstand zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer.

Bereits vor Abschluss eines Vertrages sollten Sie sich also neutral beraten lassen und Angebote gründlich vergleichen, um wirtschaftliche und rechtliche Fehlerquellen bereits im vornherein vermeiden zu können.

Berufsunfähigkeitsversicherung - wer kann sie abschließen?

Eine BU-Versicherung erhält allerdings nicht jeder. Es ist einfacher, sie abzuschließen, wenn man jung und gesundheitlich wenig vorbelastet ist, sowie einen Beruf mit einem geringen Berufsunfähigkeitsrisiko ausübt. Risikoreiche Personen werden abgelehnt oder müssen mit sehr hohen Beiträgen rechnen. Warum ist das so?

In Deutschland wird derzeit jeder fünfte Arbeitnehmer erwerbs- oder berufsunfähig.

Hauptursachen für Erwerbsunfähigkeit bzw. Erwerbsminderung, die zu Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung führen, sind psychische Erkrankungen (ca. 38 Prozent), Krebserkrankungen (ca. 15 Prozent), Muskel- und Skeletterkrankungen (ca. 15 Prozent) und Herz-Kreislauferkrankungen (ca. zehn Prozent). Eine geringe Rolle spielen dagegen Verletzungen, Vergiftungen und Infektionskrankheiten.

In der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung beruhen nur 16 Prozent der Invaliditätsfälle auf psychischen Krankheiten, demgegenüber steht ein deutlich größerer Anteil von 38 Prozent in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Hier spiegelt sich das restriktive Vertragsannahmeverhalten der Versicherer wider. 25 bis knapp 35 Prozent aller Anträge auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden abgelehnt.

Das ist besonders erstaunlich mit Blick auf die Regulierungspraxis der Versicherer:

  • Ein Antrag auf Leistung, d. h. auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente, wird jährlich nur bei etwa jedem 300sten Vertrag gestellt.
  • Eine Leistungsauszahlung erfolgt sogar nur bei etwa jedem 400sten Vertrag.

Was bedeutet "Berufsunfähigkeit"?

Eine Berufsunfähigkeit tritt dann ein, wenn Sie durch Krankheit oder Unfall längerfristig Ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können. Berufsunfähigkeit ist hingegen nicht zu verwechseln mit Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn Sie in keinem “zumutbaren” Beruf mehr Geld verdienen können. Ein Beamter kann zudem für „dienstunfähig“ erklärt werden, jedoch ist das automatisch gleichzusetzen mit „berufsunfähig“. Es ist möglich, dass trotz Dienstunfähigkeit keine Leistungen aus der BU gezahlt werden. Hier kommt es auf die Ausgestaltung der sogenannten Dienstunfähigkeitsklausel an.

Berufsunfähig sind also Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Achtung: Von Versicherung zu Versicherung kann der Begriff der Berufsunfähigkeit unterschiedlich definiert sein. Sowohl bei Abschluss einer BU-Versicherung sowie beim Eintritt des Versicherungsfalls sollten Sie deshalb alle Bedingungen genau prüfen!

Was ist beim Antrag auf Leistung zu beachten?

Probleme mit der BU-Versicherung entstehen oft, weil die Versicherten die Berufsunfähigkeit nicht korrekt melden. Die Versicherungen machen es den Verbrauchern hierbei nicht leicht.

Häufig muss detailgenau ausgeführt werden, wie die Tätigkeiten am Arbeitsplatz ausgesehen haben. Ebenso soll ganz genau ausgeführt werden, welche Tätigkeiten der Versicherte nun seiner Meinung nach nicht mehr ausüben kann. Bei der Berufsbeschreibung ist große Vorsicht anzumahnen: Falsche oder unvollständige Angaben können zu einer “Obliegenheitsverletzung nach Eintritt des Versicherungsfalles" führen. In diesem Fall muss der Versicherer keine Leistung erbringen.

Auch ein Gutachten durch einen medizinischen Sachverständigen, zu dem der Versicherer den Versicherungsnehmer schickt, ist häufig negativ für den Versicherungsnehmer. Hierbei sollten Versicherungsnehmer unbedingt einen zweiten, unabhängigen Gutachter zurate ziehen.

Auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Berufsunfähigkeit gegenüber dem Versicherer ist wichtig. Versicherungsnehmer neigen dazu, ihre Berufsunfähigkeit nicht mitzuteilen, da sie oft der Überzeugung sind, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung nur vorübergehend wäre. Doch auch wenn die Ärzte fest mit einer Genesung rechnen, empfehlen wir unseren berufsunfähigen Mandanten wegen der drohenden Verjährung von drei Jahren immer, ihrem Versicherer massive gesundheitliche Probleme mit beruflichen Folgen am besten schon nach einigen Monaten Krankheit mitzuteilen.

Tipp: Der Versicherer überhäuft den Versicherungsnehmer beim Leistungsantrag geradezu mit Unterlagen, die es auszufüllen gilt. Die Rechtsanwälte der Kanzlei Laux bieten Ihnen hierbei fachkompetente und qualifizierte Hilfe. So kann das BU-Verfahren durch eine gute Strategieplanung in diesem frühen Stadium deutlich vereinfacht und verkürzt werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht - was ist zu tun?

Die BU-Versicherung gehört zu den Versicherungszweigen, in denen am häufigsten geklagt werden muss, um eine Leistung vom Versicherer zu erhalten.

Der Grund: Versicherungsunternehmen nutzen jede erdenkliche Möglichkeit, nicht zahlen zu müssen, weil Berufsunfähigkeitsversicherungen im Leistungsfall für das Unternehmen richtig teuer werden können. Häufig wird auf Zeit gespielt, an Gutachten gezweifelt oder nachträglich versucht, den Vertrag für unwirksam zu erklären.

Die Haupthindernisse auf dem Weg zum Erhalt einer Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall sind für die Betroffenen:

  • fehlender Nachweis ausreichender Berufsunfähigkeit (Gutachterstreit)
  • falsche Gesundheitsangaben bei Vertragsschluss
  • Vorwurf des Verstoßes gegen vorvertragliche Anzeigepflichten
  • Überforderung des Kranken, seine Ansprüche zu verfolgen

Weitere Probleme mit der Versicherung sind außerdem häufig:

  • der Versicherer stellt die Leistungszahlung ein
  • der Versicherer fordert eine Zurückzahlung von Leistungen
  • Vertragsänderung der Vertragsbeendigung durch den Versicherer

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Sollten Sie Probleme mit Ihrer BU-Versicherung haben, sind wir für Sie da. Unsere hochspezialisierten Anwälte und Fachanwälte kennen nicht nur das Personenversicherungsrecht bis ins Detail, sondern auch die Kniffe und Tricks der Versicherungen. Auch wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie gegen Ihren Versicherer keine Chance mehr haben - lassen Sie sich nicht entmutigen und geben Sie auf keinen Fall auf! Unsere Fachanwälte für Versicherungsrecht sind seit Jahren auf Berufsunfähigkeitspolicen spezialisiert. Für Sie finden wir möglicherweise doch noch einen Weg und helfen dabei, Verträge zu retten und Rentenzahlungen zu erzwingen.