Sportliches Erschrecken und Pistensturz, aber kein Unfall?

Das OLG Celle hat in einer bemerkenswerten Fehlentscheidung vom 15. Januar 2009 (8 U 131/08) festgestellt, dass ein stürzender Skifahrer, welcher durch das bloße Vorbeifahren eines anderen Skifahrers lediglich erschrocken reagiere und nachfolgend stürze keinen bedingungemäßen Unfall erlitten habe. Der Sturz sei nur eine ungeschickte Eigenbewegung, es fehle ein von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis.

Der Unfall ist zu Unrecht verneint worden. Das angerufene Gericht hat nämlich übersehen, dass ein Sturz letztlich immer ein Unfall ist (vgl. zum Unfallbegriff BGH VersR 2009, 492). So hat der BGH in dieser Entscheidung vom 28. Januar 2009 (IV ZR 6/08) einem Maurer, welcher beim Lastentragen auf der Zuwegung zur Baustelle ausweichen wollte, dabei fehltrat, strauchelte und letztlich durch eine unwillkürliche Drehbewegung der Körpers schwere Verletzungen an den Bandscheiben erlitt, das Vorliegen eines Unfalles und damit die Zahlung einer erheblichen Invaliditätsleistung zugesprochen.

Die bedenkliche Entscheidung des niedersächischen obersten Landesgerichtes ist bislang nicht rechtskräftig geworden. Hier darf mit Spannung die instanzgerichtliche Zurechtweisung erwartet werden. Falls auch Sie gegenüber dem Versicherer Erklärungen und Darstellungen zu einem Unfallshergang tätigen, die den Versicherer dazu anregen könnten, ein Unfallereignis mit ähnlicher Begründung zu verneinen, so sollten Sie dringend und rechtzeitig um Beratung und Unterstützung eines im Personenversicherungsrecht spezialierten Rechtsanwaltes bemühen.

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