Hygienische Zustände in Krankenhäusern

Im Fall der drei verstorbenen Babys auf der Säuglingsstation des Uniklinikum Mainz wird ein Zusammenhang zwischen der Krankenhaushygiene und den Todesfällen von der Krankenhausleitung bestritten.

Dennoch hat dieser Fall die alte Debatte über die hygienischen Zustände in Krankenhäusern neu entfacht. Jährlich infizieren sich zwischen 400.000 – 600.000 Patienten in deutschen Kliniken mit Keimen. Tendenz steigend. Nach vorsichtigen Schätzungen der Gesellschaft für Krankenhaushygiene sterben in Folge dieser Infektionen bis zu 20.000 Patienten. Das ist ein Vielfaches der deutschen Verkehrsopfer (2009 ca. 4100 Verkehrstote).

Wie kommt es zu Infektionen in Krankenhäusern?

Unter einer Krankenhausinfektion (sog. Nesokomiale Infektionen; griech.: Nosokomeion: Krankenhaus) versteht man jede durch Mikroorganismen hervorgerufene Infektion, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder medizinischen Behandlung steht.

Vor allem sog. multi- oder hochresistenten Keime (MRSA, ORSA, ESBI-Bakterien etc.) sind hierfür ursächlich. Auch die immer komplizierter werdenden apparativen und invasiven Maßnahmen sowie das steigende Alter der Patienten tragen ihren Teil dazu bei.

Deutsche „Schmuddel“-Krankenhäuser

Aber auch wenn es etliche Faktoren gibt, die eine solche Infektion begünstigen, so liegt die Verantwortung für die hohen Zahlen woanders. Dafür sprechen vor allem die Statistiken anderer europäischer Länder.

Bei ähnlicher demographischer und medizinischer Entwicklung der skadinavischen Länder oder auch der Niederlande, liegen die Zahlen an Infektionen und Todesfällen jedoch deutlich unter denen der Bundesrepublik.

So hat Deutschland eine etwa achtmal höhere Rate an nosokomialen Infektionen als die Niederlande. Der Unterschied besteht insbesondere in der Krankenhaushygiene. Während in Deutschland lediglich Richtlinien und Empfehlungen für die Krankenhäuser gelten, gibt es in den Niederlanden verbindliche Vorgaben für Hygienestandards. So muss beispielsweise eine niederländische Krankenschwester, wenn sie zu einem Patienten mit MRSA-Keimen geht, stets Schutzkleidung und Handschuhe tragen.

Neben den hygienischen Mängeln in deutschen Krankenhäusern, ist aber auch der allzu freizügige Umgang mit Antibiotika für die hohen Zahlen mitverantwortlich. Denn erst hierdurch können sich die hoch- und multiresistenten Keime entwickeln.

Infiziert mit Krankenhauskeimen! – Und nun?

Kommt es zu einer Infektion, kann diese im besten Fall geheilt werden. Nicht selten bleiben jedoch chronische Krankheiten oder Schäden zurück. Dann besteht nur noch die Möglichkeit eine angemessene Entschädigung in Geld zu fordern. Hier sehen sich die geschädigten Patienten aber regelmäßig mit erheblichen Beweisproblemen konfrontiert. Daher ist es ratsam, sich zeitnah an einen auf Arzthaftungsrecht spezialisierten Anwalt zu wenden.

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